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Das Porträt im Zeitalter seiner digitalen Belanglosigkeit
Vielleicht habt ihr schon einmal jemanden sagen hören, im Grunde sei jedes Bild ein Selbstporträt. Dieser Satz stammt, wenn man den Computermodellen, die unser Wissen verwalten, glauben darf, von Oskar Kokoschka. Ich habe diesen Satz immer für Unsinn gehalten. So wie überhaupt Sätze, die eine Behauptung für „alles“ aufstellen mich immer angespornt haben, die Ausnahme zur angeblichen Regel zu finden. Wenn jedes Kunstwerk persönlich ist – oder politisch (Orwell), oder ein Zitat (Sontag) –, wozu haben wir dann dieses spezielle Wort?


