kurz|gefragt Magdalena Berger
15. April 2026
m53a
Magdalena Berger zeigt im Salzburger Kunstverein aktuell ihre neue Rauminstallation „Certain Expectation“. Ein schwarzer Latexkorridor, eine verschlossene Tür und die Vorahnung auf eine Party dahinter. In ihren Arbeiten begegnen uns subtile Gesten neben raumgreifenden Installationen, die über Erfahrungen von Körperlichkeit und Identität sprechen. Wir haben die Künstlerin kurz gefragt.
magazin53a: Wer den von dir gestalteten Korridor im Kunstverein betritt, den trifft das Gefühl der Ausgrenzung schon auf dem Weg zur verschlossenen Tür. Dabei scheint die Arbeit keine eindeutige Rahmung vorzugeben: Wir denken an persönliche Zurückweisungen, an Schutzgesten der Distanznahme, an strukturelle Zugangsverweigerungen. Was liegt hinter dieser Tür – und warum hältst du uns so konsequent davon fern?
Magdalena Berger: Das Dahinter bleibt bewusst eine Art Leerstelle. Der Moment an der Schwelle, vor der verschlossenen Tür, wird zum Projektionsraum, den jede:r individuell füllt – ob mit dem Gefühl von Zurückweisung, der Sehnsucht nach einem „Wonderland“ oder dem Unbehagen vor einer Grenze. Mein Fokus liegt auf dem Erleben im Raum davor, nicht auf der Barriere selbst.
m53a: Der gesamte Raum ist in schwarzen Latex gekleidet. Es trägt Konnotationen – fetischistisch, medizinisch, industriell –, die fast zwangsläufig sowohl an Clubräume als auch an Schutzkleidung oder an Haut(kontakt) denken lassen. Es scheint, als wären Ausgrenzung und Begehren in deiner Arbeit kaum voneinander zu trennen. Was verbindet die beiden für dich?
Magdalena Berger: Ausgrenzung und Begehren überschneiden sich für mich genau in diesem Moment des Nicht-Erreichens. Das Material Latex trägt entscheidend zu dieser ambivalenten Atmosphäre bei. Einerseits bildet es eine undurchlässige Barriere, die alles isoliert und die direkte Berührung mit dem Dahinter verwehrt. Andererseits schmiegt es sich als verletzliche Membran so eng an die Oberflächen, dass es das Verborgene schützt und durch die hautähnliche Haptik zugleich Nähe andeutet – genau diese Spannung von Abweisung und Anziehung interessiert mich.
m53a: In welchem Verhältnis steht diese Arbeit zu dem Ort, der sie nun beherbergt?
Magdalena Berger: Die Arbeit „Certain Expectation“ entstand als direkte Antwort auf das Jahresthema CAPTCHA Realism des Salzburger Kunstvereins. Mir war es wichtig, den Studio-Space durch eine räumliche Intervention komplett zu verändern. Die Verbindung zum Ort ergibt sich für mich vor allem aus der inhaltlichen Ebene und der Art und Weise, wie die Installation den Raum hier einnimmt.
Mehr Infos: https://salzburger-kunstverein.at/magdalenaberger
Das könnte dich ebenfalls interessieren
Extroverted Images im FOTOHOF
Mai 26, 2025
Im Gespräch mit Waltraud Mauroner
Dezember 19, 2024