Gastbeitrag

Salzburgs verborgene Systeme: Die Architekturtage 2026

23. Mai 2026
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Thermalwasserleitungen, Dorfplätze und Mobilitätskonzepte: Die Architekturtage 2026 machen in Salzburg jene Infrastrukturen sichtbar, die unseren Alltag prägen, meist aber unbemerkt bleiben

Historische Infrastrukturen der Salzburger Altstadt, ein kultur- und technikgeschichtlicher Spaziergang mit Gabi Freischlager. Pferdeschwemme © TSG / Patrick Langwallner

Die Initiative Architektur lädt im Rahmen der Architekturtage 2026 dazu ein, Stadt und Land Salzburg aus neuen Perspektiven zu entdecken. Unter dem österreichweiten Motto Was uns verbindet – Infrastrukturen des Alltags richtet das Festival für Baukultur und Ingenieurtechnik den Blick auf jene technischen, sozialen und räumlichen Systeme, die unseren Alltag organisieren und verbinden.

Während mit Auf die Plätze! bereits ab dem 20. Mai ein zehntägiger Diskursraum rund um Stadt und öffentlichen Raum in der Schallmooser Hauptstraße entsteht, erweitern zahlreiche weitere Programmpunkte in Stadt und Land Salzburg die Architekturtage um konkrete Einblicke in historische Wasser- und Versorgungssysteme, Mobilitätskonzepte, öffentliche Räume und soziale Infrastrukturprojekte.

Zum Programm zählen unter anderem Stadtspaziergänge durch die Salzburger Altstadt, Fahrradtouren entlang der Salzach, Exkursionen in den Pongau und nach Thalgau sowie Führungen durch das historische Thermalwasser-Verteilsystem in Bad Gastein.

Fahrradtour mit Thomas Forsthuber, Salzachwasser. Von Stadtgrenze zu Stadtgrenze, Wasserkraftwerk Sohlstufe Lehen © Lea-Sophie Kurz

Infrastruktur in der Stadt entdecken

Bei der historischen Infrastrukturführung durch die Salzburger Altstadt führt Stadtführerin Gabi Freischlager zu kaum bekannten technischen und kulturgeschichtlichen Anlagen der Stadt. Verborgene Wasserläufe, historische Versorgungssysteme und urbane Infrastruktur werden dabei mitten im Stadtraum sichtbar.

Auch die Fahrradtour Salzachwasser. Von Stadtgrenze zu Stadtgrenze widmet sich den oft übersehenen Strukturen Salzburgs. Gemeinsam mit Tragwerksplaner und Wasserbauingenieur Thomas Forsthuber geht es entlang der Salzach zu Brücken, Wasserbauten und technischen Infrastrukturen, die den Stadtraum nachhaltig prägen.

Bus-Exkursion in den Thalgau, Eine Marktgemeinde als Vorbild, Tankstelle Thalgau (obermoser + partner architekten / Holzbau Appesbacher) © Moritz Orgler

Exkursionen in den Flachau und Thalgau

Im Pongau stehen bei einer Bus-Exkursion innovative Mobilitätskonzepte und soziale Infrastruktur im Mittelpunkt. Im Flachau zeigt ein von Theo Deutinger entwickeltes Verkehrskonzept, wie Tourismus und Alltag neu zusammengedacht werden können – mit Begegnungszonen, Fahrradstraßen und einem neu gestalteten Dorfplatz als gemeinschaftlichem Zentrum. Stationen wie das Multifunktionszentrum mikado in St. Johann, die Volksschule Flachau oder das Haus der elementaren Bildung Reitdorf machen aktuelle Entwicklungen in Architektur und Infrastruktur direkt erlebbar.

Eine weitere Bus-Exkursion führt ins Thalgau – eine Marktgemeinde, die seit Jahren konsequent auf Architekturwettbewerbe setzt und damit zu einem Vorbild für qualitätsvolle Ortsentwicklung geworden ist. Schulen, Kindergärten, Sozialzentrum, Feuerwehr oder Kulturkraftwerk zeigen eindrucksvoll, wie Baukultur das Leben einer Gemeinde langfristig prägen kann.

Spaziergang mit Maximilian Greinwald, Von der Quelle in das Bad – Thermalwasserverteilsystem von Bad Gastein, Hochbehälter Helenenburg, Bad Gastein © Maximilian Greinwald

Bad Gasteins verborgenes Thermalwassersystem

Auch Bad Gastein wird Teil der Architekturtage: Ein Spaziergang durch das historische Thermalwasser-Verteilsystem führt von der Elisabethquelle über Pumpanlagen bis zum Hochbehälter Helenenburg und macht ein einzigartiges, weitgehend verborgenes Wassernetz sichtbar.

OPENHOUSE26, sps architekten, Kulturkraftwerk oh456, Thalgau © Kurt Hörbst

Ausstellungen und OPENSTUDIO26

Das Architekturhaus Salzburg fungiert während der Architekturtage außerdem als zentraler Infopoint und Ausstellungsort. Dort ist mit WOODEN STRUCTURES. Die Zukunft auf dem Prüfstand eine Ausstellung zu innovativen Holzstrukturen, neuen Konstruktionsmethoden und experimentellen Holzbau-Technologien zu sehen.

Zusätzlich öffnen im Rahmen von OPENSTUDIO26 mehrere Salzburger Architektur- und Planungsbüros ihre Türen für Besucher:innen. Mit dabei sind allee42 landschaftsarchitekten, sps architekten und raumlust ARCHITEKTUR. Besucher:innen erhalten dabei die Möglichkeit, direkt in den Büros, bei Rundgängen oder auf Baustellen mit Architekt:innen und Zivilingenieur:innen ins Gespräch zu kommen.

Die Architekturtage 2026 zeigen, wie eng Infrastruktur, Architektur und öffentlicher Raum miteinander verbunden sind – von historischen Versorgungssystemen über Mobilitätskonzepte bis hin zu sozialen und kulturellen Orten des Zusammenlebens.

Programmpunkte im Überblick

28. Mai: OPENSTUDIO26

28. Mai, 16 Uhr: Historische Infrastrukturen der Salzburger Altstadt. Ein kultur- und technikgeschichtlicher Spaziergang mit Gabi Freischlager (ausgebucht)

28. und 29. Mai, Termine nach Vereinbarung: Schulworkshop von at+s (architektur, technik + schule). Mobilität im Alltag – Der Schulweg als Lernfeld

29. Mai, ab 12 Uhr: Mobilitätskonzept Flachau – Infrastruktur neu gedacht. Bus-Exkursion

29. Mai, 13 Uhr: Salzachwasser. Von Stadtgrenze zu StadtgrenzeFahrradtour mit Thomas Forsthuber

30. Mai, ab 10 Uhr: Baukultur in Thalgau – eine Marktgemeinde als Vorbild. Bus-Exkursion

30. Mai, 11 Uhr: Von der Quelle in das Bad – Thermalwasserverteilsystem von Bad Gastein. Ein Spaziergang mit Maximilian Greinwald

Architekturtage 2026 in Salzburg Stadt und Land