Gastbeitrag

minus20degree: „Allmende – Über das, was uns verbindet“

15. Januar 2026
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Kalter Komfort, 2024 © halmeskobel
Kalter Komfort, 2024 © halmeskobel

minus20degree Biennale 22. – 24. Januar 2026

minus20degree ist eine biennale Ausstellung für Kunst und Architektur im Außenraum. Die alpine Winterlandschaft dient dabei als Bühne und Labor für zeitgenössische künstlerische und architektonische Interventionen. Alle Projekte entstehen eigens für minus20degree und treten in einen direkten Dialog mit dem Ort und seiner Umgebung. Sie sind frei zugänglich und laden das Publikum dazu ein, den Außenraum als gemeinschaftlichen Raum für zeitgenössische Kunst zu erleben.

Vom 22. bis 24. Januar 2026 findet die 8. Ausgabe der Kunst- und Architekturbiennale minus20degree in Flachau (Salzburg) statt. Unter dem Titel „Allmende – Über das, was uns verbindet“ (eng. “Commons – On What Unites Us”) fragen Künstler:innen und Architekt:innen, was uns heute zusammenhält und wie sich Gemeinschaft im Sinne verhandelter Besitz- und Zugangsrechte sowie geteilter Verantwortung bildet. Die alpine Winterlandschaft von Flachau dient dabei nicht nur als Bühne, sondern als konkreter Handlungsraum, in dem während der Biennale neue künstlerische, soziale und ökologische Beziehungen entstehen.

Schneekino mit Sitzreihen und Leinwand im Schneefeld bei der minus20degree Biennale Flachau
Snow Cinema, 2012 © minus20degree

In den Alpen bezeichnete die Allmende ein gemeinschaftlich genutztes Gut: Weiden, Wälder und Wege, die niemandem allein gehörten und doch allen der Gemeinschaft offenstanden. Die Allmende beruht auf einer sozialen Vereinbarung, dass niemand mehr entnimmt, als der Ressource und den anderen Beteiligten schadet, damit alle davon profitieren können. Dieses Prinzip des Teilens, Pflegens und Aushandelns bildet den Ausgangspunkt für die 8. Ausgabe von minus20degree.

In diesem Kontext sind sieben künstlerische Arbeiten entstanden, die drei Tage lang entlang eines Rundwegs in Flachau zu sehen sind: Die Künstlerin Stephanie Lüning und Helgard Haug vom Kollektiv Rimini Protokoll bedienen sich der Skilift-Infrastruktur für ihre Arbeiten. Während Lüning in ihrer Installation Snow Action – Version #I bunten Schnee aus Schneekanonen schleudert, lädt Rimini Protokoll zu einer performativen Gondelfahrt ein. Am verschneiten Hang darunter fordert der polnische Künstler Piotr Urbaniec zu einem gemeinschaftlichen Rutsch-Workshop im Schnee auf.

Fußspuren und buntes Konfetti im Schnee bei minus20degree Biennale Flachau
Apres Ski by Misz Sputnik, 2024 © halmeskobel

In der theatralischen Arbeit Gemeinderatsversammlung von Ronni Shalev und Vero Róza Risnovska erhält der Schnee selbst eine Stimme, und wir werden Zeugen einer frostigen Debatte unter Schneemenschen. Mit dem Thema Schnee setzen Nicole Six und Paul Petritsch in Schneearchiv fort; einer Arbeit, die die Siege der örtlichen Skirennläufer:innen ebenso wie die Schneefallmengen der vergangenen Jahrzehnte dokumentiert und feiert. Wen danach der Hunger plagt, der oder die darf sich auf die Ernte aus dem Frostgarten von Markus Jeschaunig freuen. Dabei werden winterfeste Gemüsesorten bei einem gemeinsamen Dinner verspeist. Nicht gegen den Hunger, sondern gegen die Kälte richtet sich die Arbeit WELLNESS-ANTI-ANTI+ des Kollektivs AestheticAthletics+ (AA+). Inmitten eines Bergs aus Hackschnitzeln befindet sich eine Neuinterpretation des alpinen Brechelbads, die alle Wärmesuchenden zu einer gemeinsamen Schwitzkur einlädt.

Das theoretische Programm unter dem Namen „Art as Commons“ wird in Zusammenarbeit mit Fanni Nánay (Placc Festival, Budapest) und Kinga Szemessy (Gesellschaft & Nachhaltigkeit / Zeitg. Kunst & Kulturprod. W&K Salzburg) gestaltet und besteht aus einer partizipativen Feldforschung am Donnerstag (22. Januar), der Lesung „Öffentlicher Raum, Gemeinschaftsraum: Kulturelle Community Outreach als Ziel“ von Fanni Nánay sowie einer abschließenden offenen Diskussionsrunde am Samstag (24. Januar). Den Ausgangspunkt für die künstlerischen Arbeiten und das Programm bildet das minus20degree-Zentrum am alten Dorfplatz mit eigener Getränke- und Suppenausgabe, welches von Studierenden der Münster School of Architecture entworfen und betreut wird.

VON 22. bis 24. Januar

minus20degree
Biennale für Kunst und Architektur
Flachau (Salzburg)

An allen drei Tagen gibt es einen direkten Shuttlebus von Salzburg-Stadt (Busbahnhof Nonntal) zum Festivalzentrum in Flachau.

Alle Kunstwerke sowie das Festivalzentrum befinden sich im Freien und sind den Witterungseinflüssen ausgesetzt. Im Januar können die Temperaturen bis auf -20 Grad Celsius fallen, begleitet von Regen oder Schnee. Es wird daher empfohlen, warme und regenfeste Kleidung sowie Winterstiefel mitzubringen.